#LernMichKennen · Geschichte 01
„Menschen sind größer als die Schubladen, in die wir sie stecken.“

„Du musst meine Meinung nicht teilen. Aber lern mich kennen, bevor du über mein Leben entscheidest.“
Ich bin Tatijana. Mutter von drei Kindern. Ehefrau. Tochter. Schwester. Sozialunternehmerin. Psychologie und Lehramt habe ich einmal studiert. Heute gestalte ich ein Sozialunternehmen. Und wahrscheinlich bin ich noch ziemlich vieles mehr, das in keine dieser Schubladen passt.
Wenn ich erzählen soll, was meinen Blick auf Menschen und Gesellschaft geprägt hat, muss ich bei meiner Familie anfangen.
Mein Bruder Simon hat eine Cerebralparese. Ich bin also mit Behinderung groß geworden – lange bevor ich wusste, was Inklusion bedeutet oder dass dieses Wort einmal einen großen Teil meines beruflichen Lebens bestimmen würde.
Behinderung war für mich zunächst kein gesellschaftspolitisches Thema.
Behinderung war mein Bruder.
Und damit war sie Teil unseres ganz normalen Familienlebens.
Ich habe früh erlebt, was Behinderung bedeuten kann: Barrieren. Abhängigkeit. Sorgen. Kämpfe mit Strukturen. Menschen, die einem erklären, was angeblich nicht möglich ist. Die Frage, wie selbstbestimmt ein Mensch leben kann, wenn er in vielen Bereichen Unterstützung braucht.
Aber ich habe genauso erlebt, was von außen viel zu oft übersehen wird: Liebe. Humor. Streit. Geschwistersein. Freude. Entwicklung. Eigenwilligkeit. Normalität. Und ein Leben, dessen Wert sich ganz sicher nicht daran bemisst, wie viel ein Mensch alleine kann.
Vielleicht hat Simon mir deshalb eine meiner wichtigsten Lektionen beigebracht:
Unsere Vorstellung davon, was ein „gutes Leben“ ist, sagt manchmal mehr über uns aus als über den Menschen, dessen Leben wir beurteilen.
Meine Eltern haben mir gezeigt, dass man ein „Das geht nicht“ nicht einfach akzeptieren muss.
Meine Eltern wollten sich nicht damit abfinden, dass vorhandene Strukturen darüber entscheiden, welche Möglichkeiten ihr Sohn bekommt.
Sie suchten nach anderen Wegen.
Einige Jahre später lernten sie in Ungarn die Konduktive Förderung nach András Pető kennen. Sie erlebten dort einen Ansatz, der nicht zuerst auf die Einschränkungen eines Menschen blickte, sondern auf seine Entwicklungsmöglichkeiten, seine Selbstständigkeit und darauf, was möglich werden kann.
Diese Erfahrung veränderte viel.
Nach ihrer Rückkehr gründeten sie gemeinsam mit anderen betroffenen Familien eine Elterninitiative. Sie holten Konduktor*innen aus Ungarn nach Bayern, organisierten Förderangebote und kämpften um Räume, Finanzierung und Anerkennung.
Aus dieser Elterninitiative entwickelte sich schließlich FortSchritt.
Ich bin also mit FortSchritt aufgewachsen.
Und das heißt auch: Ich kenne Sozialunternehmertum nicht nur aus Strategieklausuren, Organigrammen, Finanzplänen und Besprechungen.
Ich kenne seine Anfänge.
Eltern, die organisieren. Menschen, die selbst kochen. Jemanden vom Bahnhof oder Flughafen abholen. Räume suchen. Geld auftreiben. Telefonieren. Überzeugen. Improvisieren.
Türen, die geschlossen bleiben.
Andere, die sich plötzlich öffnen.
Und immer wieder Menschen, die sagen:
Wir probieren es trotzdem.
Vielleicht erklärt das ziemlich viel darüber, wie ich heute arbeite.
Ich habe Psychologie und Lehramt studiert und mein Referendariat gemacht. Mein beruflicher Weg hat mich schließlich immer stärker zu FortSchritt zurückgeführt.
Seit 2019 darf ich dort Verantwortung tragen und gestalten.
Das empfinde ich bis heute nicht einfach als Job.
Es ist Familiengeschichte. Verantwortung. Privileg. Manchmal Belastung. Sehr oft Freude. Und ganz häufig die Frage:
Wie können wir es besser machen?
Heute ist FortSchritt ein inklusives Sozialunternehmen mit vielen unterschiedlichen Angeboten und mehreren hundert Kolleg*innen. Wir begleiten Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen.
Wenn ich durch unsere Einrichtungen gehe, sehe ich aber nicht zuerst Geschäftsfelder, Organigramme oder Zahlen.
Ich sehe Menschen.
Kinder, die zum ersten Mal etwas alleine schaffen.
Eltern, die erleben, dass jemand ihr Kind nicht zuerst über seine Defizite betrachtet.
Menschen mit Behinderungen, die möglichst selbstbestimmt leben möchten.
Kolleg*innen aus unterschiedlichsten Ländern.
Menschen mit verschiedenen Sprachen, Biografien, Familienmodellen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Vorstellungen davon, wie ein gutes Leben aussehen kann.
Und ja:
Vielfalt ist manchmal anstrengend.
Das gehört für mich zu einer ehrlichen Geschichte über Inklusion.
Wo unterschiedliche Menschen zusammenkommen, gibt es Missverständnisse. Sprachliche Barrieren. Unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man arbeitet, führt, erzieht, kommuniziert oder Konflikte löst.
Wir müssen erklären. Zuhören. Aushandeln. Manchmal streiten. Manchmal feststellen, dass die eigene Lösung vielleicht doch nicht die beste war.
Inklusion ist für mich deshalb keine harmonische Welt, in der plötzlich alle gleich denken.
Im Gegenteil.
Inklusion beginnt für mich dort, wo wir unterschiedlich bleiben dürfen und trotzdem dazugehören.
Was liebe ich?
Meine Familie.
Meine drei Kinder. Meinen Mann. Meinen Bruder. Meine Eltern.
Ich liebe dieses manchmal wunderschöne, manchmal chaotische Familienleben.
Und ich liebe tatsächlich auch meine Arbeit.
Ich liebe die Möglichkeit, gestalten zu dürfen. Ich liebe Menschen mit Ideen. Ich liebe diesen Moment, in dem jemand sagt: „Das geht nicht“ und in meinem Kopf sofort die Frage auftaucht:
Warum eigentlich nicht?
Ich liebe es, Strukturen zu hinterfragen.
Nicht aus Prinzip.
Sondern weil Strukturen für Menschen da sein sollten – und nicht Menschen für Strukturen.
Ich möchte Dinge ausprobieren. Menschen zusammenbringen. Ideen Wirklichkeit werden lassen.
Und ich möchte an einem Sozialunternehmen mitbauen, das nicht nur verwaltet, was schon da ist, sondern immer wieder fragt, welche Antworten unsere Gesellschaft morgen braucht.
Und gleichzeitig bin ich Mutter von drei Kindern.
Das gehört genauso zu meiner Geschichte.
Ich liebe es, Mutter zu sein. Und ich liebe meinen Beruf.
Für mich stehen diese beiden Teile meines Lebens nicht gegeneinander.
Trotzdem wäre es unehrlich zu behaupten, dass das immer leicht ist.
Ich kenne die Fragen:
Bin ich gerade genug Mutter?
Genug Ehefrau?
Genug Tochter?
Genug Schwester?
Genug für meine Kolleg*innen?
Genug Sozialunternehmerin?
Und irgendwann vielleicht auch noch genug für mich selbst?
Die Rollen lassen sich nicht immer sauber voneinander trennen.
Und die Arbeit verschwindet nicht, nur weil ich nach Hause gehe.
Verantwortung lässt sich nicht immer am Ende eines Arbeitstages ablegen. Manchmal kommt sie nachts mit ins Bett.
Dann denke ich über einen Menschen nach, um den ich mir Sorgen mache. Über eine Entscheidung, die sich noch nicht richtig anfühlt. Über eine Kollegin oder einen Kollegen. Über eine Finanzierung, die nicht aufgeht. Über eine Idee, die mich nicht loslässt. Oder über ein gesellschaftliches Problem, bei dem ich unbedingt wissen möchte, ob es nicht doch eine bessere Lösung gibt.
Und am nächsten Morgen bin ich trotzdem zuerst Mama.
Dass ich diese verschiedenen Rollen leben kann, liegt nicht daran, dass ich eine Frau bin, die einfach „alles schafft“.
Ich schaffe es nicht alleine.
Mein Mann und ich versuchen, Familie partnerschaftlich zu leben. Care-Arbeit ist bei uns nicht automatisch Frauenarbeit. Unsere Kinder erleben, dass Mama beruflich Verantwortung trägt und Papa genauso selbstverständlich Verantwortung für unsere Familie übernimmt.
Ich halte das für wichtig.
Und gleichzeitig weiß ich:
Auch das ist ein Privileg.
Ich habe einen Mann, mit dem ich Verantwortung teilen kann. Menschen um mich herum, die unterstützen. Berufliche Gestaltungsmöglichkeiten, die andere Eltern vielleicht nicht haben.
Auch Privilegien gehören für mich zu einer ehrlichen Geschichte.
Nicht, um sich dafür zu entschuldigen.
Sondern um zu verstehen, dass die eigenen Möglichkeiten nicht automatisch die Möglichkeiten aller anderen sind.
Wovor habe ich Angst?
Vor einer Gesellschaft, die anfängt, Menschen immer stärker zu sortieren.
Danach, woher sie kommen.
Was sie können.
Wie viel sie leisten.
Wie viel Geld sie haben.
Wie sie leben.
Wen sie wählen.
Oder danach, ob sie unserer Vorstellung von „normal“ entsprechen.
Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einer Gesellschaft groß werden, in der manche Menschen selbstverständlicher dazugehören als andere.
Ich möchte nicht, dass sie lernen, den Wert eines Menschen danach zu beurteilen, wie produktiv er ist.
Vielleicht bin ich dafür besonders empfindlich, weil ich einen Bruder habe, bei dem unsere Gesellschaft sehr schnell aufzählen könnte, wobei er Unterstützung braucht.
Ich sehe aber nicht zuerst all diese Dinge.
Ich sehe meinen Bruder.
Und genau diese Verschiebung wünsche ich mir gesellschaftlich öfter.
Gleichzeitig muss auch ich lernen.
Das ist vielleicht einer der wichtigsten Teile meiner Geschichte.
Denn natürlich habe auch ich Vorurteile.
Natürlich gibt es Lebensentwürfe, Aussagen oder politische Entscheidungen, bei denen ich spontan denke:
Das verstehe ich überhaupt nicht.
Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation merke ich, wie schwer es mir fällt, manche Ängste, Aussagen und Wahlentscheidungen anderer Menschen nachzuvollziehen.
Ich kämpfe beruflich und persönlich für Inklusion, Vielfalt, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Und trotzdem muss auch ich aufpassen, Menschen nicht in Schubladen zu stecken.
Irgendwann habe ich mich gefragt:
Was passiert eigentlich, wenn ich genau das tue, was ich bei anderen kritisiere?
Wenn aus einem Menschen plötzlich nur noch „der Wähler von …“, „der Geflüchtete“, „die Unternehmerin“, „die Alleinerziehende“, „der Reiche“, „der Mensch mit Behinderung“ oder irgendeine andere Zuschreibung wird?
Ich muss nicht jede Meinung akzeptieren.
Und ich muss ganz sicher nicht jede Haltung übernehmen.
Für mich gibt es klare Grenzen: Menschenwürde, Selbstbestimmung und die Rechte anderer Menschen sind nicht verhandelbar.
Aber:
Zwischen „Ich teile deine Meinung“ und „Ich lehne dich als Menschen ab“ liegt unglaublich viel Raum. Vielleicht nutzen wir diesen Raum zu wenig.
Ich möchte verstehen, was Menschen geprägt hat.
Wovor sie Angst haben.
Was sie lieben.
Was sie verloren haben.
Was ihnen Hoffnung gibt.
Warum sie Entscheidungen treffen, die ich vielleicht niemals treffen würde.
Und ich möchte, dass sie dasselbe mit mir versuchen.
Genau daraus ist #LernMichKennen entstanden.
Nicht, weil ich glaube, dass eine Kampagne unsere gesellschaftlichen Konflikte lösen wird.
Sondern weil ich glaube, dass Geschichten etwas können, was Statistiken, politische Schlagworte und Kommentarspalten häufig nicht schaffen:
Sie geben einem abstrakten „die anderen“ ein Gesicht.
Was habe ich von anderen Menschen gelernt?
Simon hat mich gelehrt, unsere Vorstellungen davon zu hinterfragen, was ein „gutes“ und selbstbestimmtes Leben eigentlich ausmacht.
Meine Eltern haben mir gezeigt, dass wir Strukturen nicht einfach hinnehmen müssen, sondern verändern können.
Meine Kolleg*innen aus unterschiedlichsten Ländern zeigen mir jeden Tag, wie wenig Herkunft darüber erzählt, wer ein Mensch wirklich ist.
Menschen mit Behinderungen zeigen mir, dass Hilfe brauchen und selbstbestimmt leben keine Gegensätze sind.
Mein Mann zeigt mir, dass Gleichberechtigung nicht in Sonntagsreden entsteht, sondern darin, wie wir unseren Alltag miteinander teilen.
Meine Kinder zeigen mir, wie selbstverständlich Unterschiede sein können, solange wir Erwachsenen ihnen nicht erklären, warum jemand angeblich „anders“ ist.
Und von Menschen, deren Meinung ich nicht teile, möchte ich lernen, genauer hinzuhören.
Was sind meine eigenen Herausforderungen?
Ich bin schnell.
Ich habe viele Ideen.
Manchmal vermutlich zu viele.
Wenn ich von etwas überzeugt bin, möchte ich anfangen – am liebsten sofort.
Das kann Menschen mitreißen.
Es kann Menschen aber auch überfordern.
Ich muss lernen, dass nicht jeder Mensch Veränderungen in meinem Tempo gehen kann oder möchte.
Ich muss lernen, Verantwortung abzugeben, obwohl es manchmal leichter erscheint, etwas selbst zu machen.
Ich muss aushalten, dass gute Entscheidungen nicht immer Entscheidungen sind, mit denen alle glücklich sind.
Und als Sozialunternehmerin bewege ich mich ständig in einem Spannungsfeld.
Wir arbeiten für Menschen.
Aber auch ein gemeinnütziges Unternehmen braucht wirtschaftliche Stabilität.
Gute Pädagogik kostet Geld. Gute Pflege kostet Geld. Gute Begleitung kostet Geld. Und Inklusion braucht manchmal individuelle Lösungen, die nicht in vorhandene Systeme passen.
Manchmal würde ich gerne einfach nur fragen:
Was braucht dieser Mensch?
Und dann genau das tun.
In der Realität kommen danach viele weitere Fragen:
Wer finanziert es?
Welcher Kostenträger ist zuständig?
Gibt es genug Personal?
Brauchen wir einen Antrag?
Eine Genehmigung?
Passt die Idee in bestehende Strukturen?
Das kann frustrierend sein.
Aber vielleicht liegt genau darin mein Antrieb.
Ich möchte nicht aufhören, die erste Frage zu stellen:
Was braucht der Mensch?
Was wünsche ich mir?
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Zugehörigkeit nicht verdient werden muss.
Eine Gesellschaft, in der ein Mensch mit einer komplexen Behinderung nicht beweisen muss, dass sein Leben wertvoll ist.
In der ein Kind nicht deshalb schlechtere Chancen hat, weil seine Eltern wenig Geld haben oder zu Hause eine andere Sprache gesprochen wird.
In der Eltern von Kindern mit Behinderungen nicht permanent kämpfen müssen.
In der Frauen mit Kindern berufliche Verantwortung übernehmen können, ohne ständig erklären zu müssen, wie sie das „trotzdem“ schaffen.
In der Männer selbstverständlich Care-Arbeit übernehmen.
In der Herkunft ein Teil einer Geschichte sein darf, aber nicht darüber entscheidet, welche Möglichkeiten jemand bekommt.
In der Menschen Hilfe annehmen dürfen, ohne sich klein fühlen zu müssen.
Und ich wünsche mir eine Gesellschaft, die Unterschiede und Konflikte aushält.
Denn mein Ziel ist ausdrücklich nicht, dass wir irgendwann alle dasselbe denken.
Ich möchte, dass wir streiten können, ohne einander die Menschlichkeit abzusprechen.
Dass wir neugierig bleiben.
Dass wir öfter fragen:
Warum denkst du so? Was hat dich geprägt? Wovor hast du Angst? Was liebst du? Und was verstehe ich vielleicht noch nicht über dein Leben?
Was wünsche ich mir für meine Kinder?
Dass sie mutig sind.
Dass sie Fragen stellen.
Dass sie Menschen nicht nach ihrem Nutzen beurteilen.
Dass sie widersprechen, wenn andere ausgeschlossen werden.
Dass sie ihre eigenen Privilegien erkennen und daraus Verantwortung entstehen lassen.
Dass sie Menschen begegnen, deren Leben völlig anders aussieht als ihres.
Dass sie ihre Meinung ändern dürfen.
Dass sie scheitern dürfen.
Dass sie Hilfe brauchen dürfen.
Und dass sie helfen.
Ich wünsche mir, dass sie irgendwann in einer Gesellschaft leben, in der Vielfalt nichts Besonderes mehr ist, das wir ständig erklären oder verteidigen müssen.
Vielleicht klingt manches davon idealistisch.
Aber ich habe mein Leben lang erlebt, dass Dinge Realität werden können, die vorher jemand für unrealistisch gehalten hat.
Meine Eltern haben damit angefangen, weil sie für ihren Sohn etwas anderes wollten.
Heute darf ich diesen Weg weitergehen.
Und vielleicht ist genau das mein Verständnis von FortSchritt:
Nicht zu glauben, dass wir irgendwann fertig sind.
Sondern immer wieder zu fragen:
Was können wir als Nächstes ein kleines Stück besser machen?
Deshalb erzähle ich meine Geschichte als erste.
Nicht, weil sie wichtiger ist als andere.
Sondern weil ich niemanden auffordern möchte, sich zu zeigen, ohne selbst damit anzufangen.
Ich bin privilegiert und manchmal überfordert. Mutter und Sozialunternehmerin. Optimistisch und manchmal voller Sorge. Ich kämpfe gegen Schubladen und ertappe mich selbst dabei, Menschen hineinzustecken. Ich liebe Veränderung und muss lernen, dass andere dafür manchmal mehr Zeit brauchen.
Ich bin Tochter von Menschen, die aus einer persönlichen Erfahrung heraus etwas aufgebaut haben.
Schwester eines Mannes, der meinen Blick auf das Leben fundamental geprägt hat.
Ehefrau eines Mannes, mit dem ich versuche, Gleichberechtigung im Alltag zu leben.
Mutter von drei Kindern, für deren Zukunft ich mir sehr viele Gedanken mache.
Und Sozialunternehmerin, weil ich daran glaube, dass gesellschaftliche Strukturen veränderbar sind.
Das alles bin ich.
Und trotzdem ist es nur ein Teil meiner Geschichte.
Menschen sind fast immer größer als die Schublade, in die wir sie stecken.
Das ist meine Geschichte.
Geschichte Nr. 1.
Jetzt möchte ich deine kennenlernen.
Nicht nur dann, wenn du so denkst wie ich.
Vielleicht gerade dann, wenn du es nicht tust.
Erzähl mir, was dich geprägt hat. Was du liebst. Wovor du Angst hast. Was andere über dein Leben nicht verstehen. Wann du selbst einen Menschen vorschnell beurteilt hast. Und welche Begegnung deine Perspektive verändert hat.
Denn das Ziel von #LernMichKennen ist nicht, dass wir am Ende alle dasselbe denken.
Das Ziel ist, dass wir uns wieder als Menschen sehen.
Das ist ein Teil meiner Geschichte. Geschichte Nr. 1. Jetzt möchte ich deine kennenlernen.